26.01.2019

Schneechaos 2019

Die Kemptener Helfer setzten sich im bayernweiten Einsatz lokal, regional und überregional im Einsatz gegen die Schneemassen ein.

Im Januar 2019 schneite es in Bayern – soweit zunächst nichts Ungewöhnliches. Doch in diesem Jahr fielen innerhalb weniger Tage je nach Höhenlage mehrere Meter Neuschnee. Die Schneemassen brachten durch die schwankenden Temperaturen und der damit einhergehenden Tauwetterlage ein erhebliches Gewicht auf die Dächer der allgäuerischen und bayerischen Dächer, sogar Bäume knickten darunter wie Streichhölzer.

In der zweiten Januarwoche erreichten uns, bedingt durch diese Wetterlage, mehrere Einsatzaufträge. Zunächst unterstützten wir die Helfer des OV Sonthofen beim Beräumen von Bahnhofsgebäuden in Immenstadt und Oberstdorf. Auf Geheiß der DB wurden die Flachdächer vorsorglich von den Schneemassen beräumt.

Da sich für das darauf folgende Wochenende keine Besserung der Wetterlage abzeichnete, berief die Ortsverbandsführung einen freiwilligen Bereitschaftsdienst ein. Der OV Stab nahm den LUK-Betrieb im Ortsverband auf. Etwa 20 Helfer fanden sich während des Wochenendes im Ortsverband ein und stellten so die unverzügliche Einsatzbereitschaft sicher. Schon am Samstagvormittag erhielten wir den Einsatzauftrag, eine Ablösemannschaft für die Kameraden des OV Memmingen zur Beräumung  eines Flachdachs einer Sporthalle bereit zu stellen.

Zurück im Ortsverband galt es zunächst die Einsatzbereitschaft der von Mann/Frau und Material wiederherzustellen. Während der Bereitschaftszeiten kümmerten sich mehrere Helfer darum, die eigene Liegenschaft schneefrei zu halten und überbrückten die Wartezeiten mit Arbeiten in unserer Unterkunft. 

Am Samstag dann erreichte uns der Einsatzauftrag aus dem THW-Landesverband Bayern, eine Mannschaft ins Berchtesgadener Land zu entsenden, da in diesem Landkreis auf Grund des Schneechaos der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Innerhalb weniger Minuten kristallisierte sich aus der Bereitschaftsmannschaft ein Team heraus, das für diesen Einsatzauftrag entsendet werden konnte. Schon am frühen Morgen des folgenden Tages sollte die Mannschaft in den Einsatz aufbrechen. 

Gemeinsam mit Helfern aus den Ortsverbänden Sonthofen und Kaufbeuren machten sich sechs unserer Helfer des Technischen Zuges auf den Weg nach Berchtesgaden. Vor Ort erwarteten Sie zahllose Dächer einsturzgefährdeter Gebäude, die darauf warteten von den Schneemassen befreit zu werden. Insgesamt drei Tage sollten die allgäuer THW-Helfer ihre bayerischen Kameraden bei der Bewältigung der anstrengenden Einsatzaufgabe unterstützen. 

Die daheim gebliebenen Helfer erhielten am Sonntagabend den nächsten lokalen Einsatzauftrag. Sie sollten die Mannschaft des OV Sonthofen personell unterstützen, einen Einsatz zur Dachberäumung eines großen Hotelgebäudes zu bewältigen.

So einsatzreich wie das Wochenende zu Ende ging, setzte sich die nächste Woche fort: am Dienstagvormittag erhielt die Fachgruppe FK den Einsatzauftrag ins Katastrophengebiet des Landkreis Traunstein zu verlegen. Am Mittwoch früh sollte das Erkundungsteam bereits vor Ort sein. Die Mannschaft sowie die Führungsstelle, bestehend aus FüKW und FüKomKW/FüLa-Gespann, machte sich ebenfalls am Vormittag auf den Weg ins Einsatzgebiet, um dort ab Mittag den Betrieb in der Einsatzoption der THW Einsatzabschnittsleitung in Reit im Winkl zu agieren. Mit Manpower und Technik wurde der dort als Einsatzleitung eingesetzte Zugtrupp bis zur Aufhebung des Katastrophenfalls unterstützt. 

Die Einsätze um das Schneechaos verlangten unseren Helfern einiges an Zeit und Kraft ab. Doch es zeigte sich ebenfalls die enorme Leistungsstärke, die aus dem Teamgeist der THW-Helfer hervorging.  Die Helfer sammelten während der fast dreiwöchigen Einsatzphase viele wertvolle Erfahrungen, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkten.


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